per Mail

neueste Beiträge

alle Kommentare

liebe, verehrte besucher von “angst essen seelen auf”.

da ich in den letzten monaten verdammt wenig zeit hatte, (einige von euch hatten es schon bemerkt) ist hier in meinem blog wenig neues geschrieben worden. es hatte weniger mit einer schreib, als mehr mit einer denkblockarde zu tun.

die wenige zeit die mir geblieben ist, hatte ich andersweitig genutzt. ich hoffe, dies wird sich in zukunft ändern, auch oder gerade weil ich eine tendenz spüren, meinen fokus zu verlagern.

bis dahin, optimistische grüße aus dem nun sommerlichen prenzlauer berg, der blOgwaRt 2.0, demnächst als überarbeitet version 3.0… ;-)

anKe's glOsse

anKe's glOsse

Anke’s Glosse

Zwei Jahre und dann Sterbehilfe

Frau Schröder macht Nägel mit Köpfen. Sie fordert eine zweijährige Pflegezeit für pflegende Angehörige, in denen sie nur halbtags arbeiten und 75% ihres vollen Gehalts erhalten sollen. Anschließend gehen sie wieder voll arbeiten und erhalten weiterhin 75% ihres Gehalts bis die Defizite beim Arbeitgeber wieder ausgeglichen sind.

Das ist ja ein super Vorschlag. Ich hatte mich ja bereits als Insider in der häuslichen Pflege geoutet und bin der Meinung, meinen fachmännischen Senf in dieser Hinsicht dazu geben zu müssen.

Frau Schröder würde ich vorschlagen, ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung zu absolvieren. Wenn sie nämlich der Meinung ist, dass Pflege ein Halbtagsjob sein könnte, dann scheint sie mit dem Klammerbeutel gepudert zu sein.

Pflegezeit und Elternzeit, verbal und finanzpolitisch in einem Satz zu nennen, ist schon vermessen. Ob man Mutter bzw. Vater werden möchte, die Entscheidung fällt man meines Wissen bewusst, ob man Kind eines dahinsiechenden Angehörigen wird, ist ein Umstand, der jeglichen Wunsches entbehrt.

Kinder entwickeln sich in der Regel weiter und bedürfen immer weniger der Rundumpflege, können bei Freizeitbedarf gelegentlich bei der Oma, Onkel, Tanten, oder Freunden untergebracht werden. Aber wer bitteschön möchte die kranke sabbernde Mutter oder den pflegebedürftigen senilen Vater mal für ein paar Stunden auf den Spielplatz fahren, oder zum Kindergeburtstag einladen. Die entwickeln sich den Naturgesetzen folgend, nicht zu einem unterhaltsamen kleinen niedlichen Goldlöckchen, welches irgendwann alleine auf die Toilette geht, selbständig isst und sich anziehen kann.

Im Gegenteil hier verläuft die Entwicklung genau in entgegen gesetzter Richtung. Frau Schröder – das Leben von pflegebedürftigen alten Menschen ist nicht wie im Fernsehen, wo alle immer gut riechen, hell im Kopf sind, die Kontrolle über ihre Ausscheidungen haben, immer über einen gesunden Appetit verfügen und Interessen entwickeln, die sie in Tanz- oder Computerkurse drängt. Hier kann sich die liebste Oma, zu einem rücksichtslosen, boshaften Drachen verwandeln, wenn sie sich ihrer Hilflosigkeit bewusst wird.

Das Problem sehe ich ja noch nicht mal in den Belastungen für die Arbeitgeber, die angeblich nicht entstehenden Belastungen für den Steuerzahler, oder die öffentliche Hand. Hier nehme ich an, dass eine Verschiebung von Geldern mit Sicherheit im Rahmen des Möglichen ist. Herr Ehlert hat mit seinem Finanzierungsmodell deutlich gemacht, dass genügend öffentliche Mittel vorhanden sind, welche nur auf einen Abnehmer warten. Unter Umständen sollte man diesen findigen Finazjongleuer zu Rate ziehen.

Aber was machen wir mit dem kranken Opa, wenn er nach zwei Jahren der intensiven Pflege nicht wieder mopsfidel aus dem Bett springt, um nach der Gammelei sein Leben und seine Versorgung wieder selbst in die Hand zu nehmen? Was machen wir mit der völlig erschöpften Vollzeitpflegerin, die auch noch einen Halbtagsjob inne hatte?

Haben wir auch dafür schon eine Lösung parat? Ich denke ja.

Noch während der Pflegezeit wird die halbtags arbeitende, doppelt belastete Vollzeitpflegeperson einen Kurs in aktiver Sterbehilfe besuchen.

Wie bereite ich mein behindertes Kind auf sein herannahendes Ende vor? Wie lege ich dem Uneinsichtigen das Kissen aufs Gesicht, damit die Leidenszeit in der Zweijahresfrist beendet werden kann? Welche Medikamente muss ich im Haus haben, wenn ich vor körperlicher Gewaltanwendung zurückschrecke?

Fragen die in den Kursen von bis dahin hoffentlich kompetent geschulten Mitarbeitern beantwortet werden können. Ach so Frau Schröder, vielleicht sollte bis dahin die aktive Sterbehilfe noch entkriminalisiert werden.

Für die ihnen bevorstehenden Aufgaben Frau Schröder wünsche ich ihnen Mut, Durchsetzungsvermögen und ein wenig mehr Weitsicht, damit nicht wieder mehr Fragen entstehen, als sie Antworten parat haben.

anke

anKe's glOsse
anKe’s glOsse

Anke’s Glosse

Wer weiß, was Kinder wollen?

Auseinandersetzungen in der schwarz-gelben Koalition. Das ist grundsätzlich nichts Neues und wird uns die gesamte Legislaturperiode begleiten und für jede Menge Unterhaltung sorgen.

Der Streit, welche schon seit Ewigkeiten gärt, ob schwule und lesbische Paare bei Adoptionen gleiche Rechte erhalten sollen, wird uns wohl noch einige Jahre beschäftigen. Daran werden Guidos liberale Auftritte mit seinem Lebensgefährten nichts ändern.

Wer sich überrascht zeigt, dass die Union dieses Ansinnen als weitere Aushöhlung der heiligen Ehe interpretiert, wird sich seiner Überraschung wohl weiter hingeben können.

Mich als Kennerin der Materie betrachtend kann ich nur bestätigen, dass gleichgeschlechtliche Paare in ihrem Dasein als Minderheit nur ein Ziel verfolgen, die Aushöhlung der Ehe. Kein Tag vergeht, an dem nicht konspirative Treffen in dunklen Hinterzimmern stattfinden, um bedrohliche Verschwörungen anzuzetteln, die den Bund der Ehe in Frage stellen.

Das allein genügt dieser kriminellen Vereinigung nicht.

Sich eine der Regierungsparteien zu Nutze machend, greifen sie nun die Union und ihre Ansicht an, dass eine Familie aus Vater, Mutter, Kind zu bestehen hat.

Auch den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages haben sie offensichtlich bereits unterwandert, oder wie sonst kann es sein, das selbiger das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare als verfassungswidrig eingestuft.

Dabei sollte ihnen doch klar sein, dass die Christlich demokratische Union nur das Beste für die Kinder anstrebt.

Das mir aber einer auf die absurde Idee kommt, hier und da die Meinung eines Kindes einzuholen. Die wissen doch alle nicht, was sie wollen. Heute hüh, morgen hott.

Da halte ich es für angebrachter, dass christlich demokratische Altherrenriegen über das Wohl und Wehe, sowie das Beste für das Kind entscheiden.

Und was ist das Beste für die Kinder? Was wäre wohl besser, als sie gleichgeschlechtlichen Paaren anzuvertrauen, die ihnen Liebe und Zuwendung angedeihen lassen, ihnen ein Familienleben bieten, wie jedes andere gewöhnliche adoptionswillige Paar auch?

Richtig. Die Unterbringung in einem katholischen, von einem netten Männerorden geführten Heim wäre eine Alternative für das Wohl des Kindes. Die haben sich, wie man in den letzten Monaten der Presse entnehmen konnte, durch ihre fürsorgliche Aufzucht, ihren anschaulichen Sexualkundeunterricht und ihre sanften Schlagstockflausenaustriebsmethoden bewährt.

anke

anKe's glOsse
anKe’s glOsse

Anke’s Glosse

Gelobt sei Jesus Christus

Auch betrunkenen Autofahrern sollte die gepredigte Vergebung der Christen zuteil werden können. Dass das praktisch möglich ist habe selbst ich Ungläubige schon erfahren dürfen.

Abseits jeglichen öffentlichen Interesses fuhr ich nachts angeheitert zu einer Freundin, die seinerzeit ihr häusliches Domizil in einem Pfarrhaus in Süddeutschland hatte. Bei meiner eingeschränkten Fahrtüchtigkeit war es schon ein Wunder, dass ich die schmale Einfahrt zum Gotteshaus zwar gedankenlos, aber zielsicher im ersten Anlauf durchquerte. Der Dunkelheit trotzend, führte ich auf dem Hof ein gekonntes Wendemanöver durch und parkte mein damals recht großes und schweres KfZ zielsicher, aber unwissend ob des Vorhandenseins eines liebevoll angelegten Steingartens in selbigem. Erst am nächsten Morgen wurden sowohl der Mann Gottes als auch ich der Verwüstung gewahr. Mitten im Steingarten stand das monströse blütenlose Blechgewächs, welches sämtliche Frühblüher restlos platt gewalzt hatte. Kein Wunder hatte ich doch versucht, den Wagen möglichste gerade einzuparken.

Die Pfarrersfrau plärrte verständlicherweise Zeter und Mordio durch die Gegend und äußerte den berechtigten Verdacht, dass der Fahrer, welcher in dem Falle eine Fahrerin war, doch wohl sturzbetrunken oder blind gewesen sein muss. „Die Hammelbeine gehören dem lang gezogen.“

Den Lärm richtig deutend, begab ich mich in demütig gebückter Haltung an den Tatort und murmelte etwas von Wiedergutmachung.

Pfarrer Schäfer schien der fatalen Situation etwas gelassener als seine Frau gegenüber zu stehen und meinte mich an seinen voluminösen Bauch drückend, dass man heilfroh sein könne, dass mir bei diesem Manöver, von dem er sich gar nicht vorstellen mag wie es stattgefunden hat, nichts passiert sei. Schließlich hatte ich den Wagen bis auf fünf Zentimeter an die Kirchenmauer chauffiert, welche mir im Dunkeln und im benebelten Zustand gar nicht aufgefallen war.

Nun war ich keine Person des öffentlichen Lebens und hatte mich in meinem ungetauften, heidnischen Dasein nur temporär mit den Belangen der Kirche beschäftigt, aber mir wurde sozusagen Vergebung zuteil, welche immer wieder von den Kanzeln dieser Welt gepredigt wird. Man könnte also behaupten, dass ich trotz Verfehlung in den Genuss der Nächstenliebe kam.

Ich würde Frau Käßmann ein paar Millionen Pfarrer Schäfers in diesem Lande wünschen. Stattdessen melden sich die Moralapostel zu Wort, die bei Gott nicht doppelmoralistischer predigen könnten.

Gelobt sei so viel Courage unterm heiligen Kreuz. Entspannt konnte sich der Kirchenrat hinter die Personalie Käßmann als EKD Vorsitzende stellen. Wer sie in den letzten Monaten in ihrem Amt wahrgenommen hat und davor als Landesbischöfin, konnte sich an allen zehn schmutzigen Fingern abzählen, dass diese Frau Rückgrat besitzt und für sich als einzige Konsequenz den Rücktritt erklären würde.

Ein Teil der Journalie rät Frau Käßmann nach diesem „Super GAU,“ in Zukunft demütiger aufzutreten. Wie soll man das wohl deuten? Sollte sie sich auf ihre Rolle als Frau zurückbesinnen, sich praktisch aus dem hellen Köpfchen schlagen, dass sie als solche für höhere Kirchenämter berufen sein könnte?

In die Vorbildrolle, in die sie im ersten Wahlgang gewählt wurde, was bis zu diesem Zeitpunkt keinem EKD Vorsitzenden gelungen ist, hätte sie sich eben demütiger einfügen sollen. Kleinere Brötchen backen. Was muss sich diese engagierte Frau auch auf den Afganistan Krieg stürzen, den Papst kritisieren und Guido Westerwelle, mit seiner Affinität zu dumdreister Hartz IV Politik angreifen? Wäre sie doch ihrer Funktion anders nachgekommen. Es gibt so viele verirrte Schafe, die auf längst vergessenen Weiden stehen, hätte sie sich doch diesen abseits des öffentlichen Interesses Stehenden angenommen, statt Versuche zu starten heilige Kühe zu schlachten.

Ich mag mir jedenfalls nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn zu Zeiten von Jesus Christus die Autoindustrie auf dem heutigen Stand gewesen wäre. Zwölf junge Männer, bekanntlich nicht unfehlbar, nach dem alkoholschwangern Abendmahl. Nicht auszumahlen, was da hätte alles passieren können, wenn die schon jeder einen Sportwagen besessen hätten.

danke anke

anKe's glOsse

anKe's glOsse

Anke’s Glosse

Stadtrundfahrt im Maserati

Die Maserati-Affäre, wenn das nicht weltmännisch klingt. Damit katapultiert sich Herr Ehlert in einen erlauchten Kreis von Prominenz und das als Geschäftsführer einer gemeinnützigen Gesellschaft. Es gab seinerzeit die Putzkammeraffäre, welche Boris Becker nach Beendigung seiner Karriere wieder zu fragwürdigem Ruhm verholfen hat, die Paul Kuhn Steueraffäre, welche ihm nicht geschadet, sondern jede Menge mitleidige Statements einbrachte und nun gibt es also die Maserati-Affäre, welche Herrn Ehlert zu zugegeben zwielichtiger, aber doch immenser Prominenz über die Stadtgrenzen hinaus verholfen hat.

Angewidert wenden sich nun die einstmaligen Gönner und Förderer von ihm ab. Sozialsenatorin Bluhm spricht von einer nötig gewordenen Umstrukturierung der Treberhilfe, um Missstände künftig zu verhindern. Erst denken, dann lenken, sagte mein Fahrschullehrer immer. Zu solchen Missständen sollte es gar nicht erst kommen.

Wer hat denn das Ehlertsche Nobelkarossengeheimnis publik gemacht, dass er nun so schutzlos der gemeinen Öffentlichkeit ausgeliefert ist? Und worüber echauffieren wir uns eigentlich so sehr? Der Geschäftsführer einer gemeinnützigen Gesellschaft fährt Maserati, na und. Soll der arme Mann vielleicht Sponsorengelder im Mini eintreiben? Soll er sein Engagement für die Ärmsten der Armen im Polo repräsentieren? Ausgeschlossen. Einem Mann der so zum Understatement neigt wird doch kein Cent hinterher geworfen.

Ein Existenzgründer der mit dem Fahrrad vorfährt, wird ungleich weniger hofiert, um nicht zu sagen, gar nicht.

Die Treberhilfe erwirtschaftet als gemeinnütziges Unternehmen keinen Gewinn, sondern Überschüsse, die sich allein im vergangenen Jahr auf 600.000 Euro beliefen. Ich persönlich warte noch auf den Tag, an dem ich mit meiner pflegerischen Tätigkeit bei der Diakonie irgendwann einmal Überschüsse erwirtschaften kann.

Bei solchen Beträgen erstaunt mich einmal mehr die Unwissenheit der öffentlichen Hand, die hier Steuergelder investiert, ohne auch nur zu prüfen, wo diese versanden.

Stell mal einen Wohngeldantrag, wenn dir dein Einkommen zum Leben nicht reicht, oder gelange unverschuldet in die Verlegenheit Hartz IV beantragen zu müssen. Den Menschen wird aber ordentlich aufs Konto geschaut, ob sie nicht vielleicht doch noch irgendwo einen Notgroschen zu liegen haben, der ihnen das Überleben ohne Bezuschussung gewährleisten könnte.

Es ist wahrscheinlich einzig eine Frage, des Umfangs des Bescheißens und der Dreistigkeit, mit der man bereit ist, sich Gelder zu beschaffen. Weiterhin scheint es vorteilhaft zu sein, sich unter dem Deckmäntelchen, Gutes zu tun, die große Kohle zu erschleichen. Man kommt zwar in den Konflikt, dass der Geldgeber irgendwann zu dem Schluss gelangt, dass ein Maserati kein angemessenes Dienstfahrzeug sei und verurteilt es aufs Äußerste, aber ob es zu der Einsicht führt, den Einsatz von Fördermitteln in Millionenhöhe zu hinterfragen, das sei dahin gestellt. Beim nächsten Wohltätigkeitsball wird man wieder gemeinsam Häppchen schlemmen.

Herr Ehlert hatte Pech, er wird eines der vielen Bauernopfer sein, die bei der Verschwendung von Steuergeldern erbracht werden müssen. Dabei sei noch dahingestellt, ob er nicht doch beabsichtigte Gutes zu tun. Ich gehe ja nach wie vor davon aus, dass er den Obdachlosen in seiner grenzenlosen Güte Stadtrundfahrten in seinem eigens dafür angeschafften Maserati zu teil werden lassen wollte. Man stelle sich nur vor, wie er die zerlumpten Hungerleider durch die Stadt chauffiert, um ihnen mal zu demonstrieren, wie groß das Wohnungsangebot für Obdachlose, gerade in Berlin ist. Schließlich verfügt diese ungemein obdachlosenfreundliche Stadt über mehr Brücken als Venedig.

anke

[die heutige glosse von anke kommt leider ein paar tage zu spät, das lag einzig und ausschließlich an den stadtrundfahrten die anke im maserati gemacht hatte und laut aussage von herrn ehlert, wollte anke nicht mehr aussteigen, nun ist der maserati verkauft und anke hatte wieder zeit, ihre glosse zu schreiben. gruß der blOgwaRt]

anKe's glOsse

anKe's glOsse

Anke’s Glosse

Die schwäbische Bäckerei

Berlin Friedrichshain, nun endlich ist es soweit, wir haben eine schwäbische Bäckerei. Ob das Aufkommen an Süddeutschen Mitbewohnen eine solche Errungenschaft rechtfertigt, keine Ahnung. Als multinationale Bürgerin kann ich auch nicht behaupten, dass mir in Schwaben aufgefallen wäre, großartig andere Backwaren vorzufinden, als das in der Hauptstadt der Fall ist. Der einzige mir bekannte Unterschied ist und war, dass das Brötchen sich hier Schrippe nennt und in Schwaben Weck.

Vor dem Laden zwei Frauen, die sich erfreut zeigen, dass es doch wohl schee isch, a doherdde verdraude Sache kaafe ze kenne.

Ohne zu wissen, welcher Region Süddeutschlands ich diese beiden Frauen zuordnen sollte, erkannte ich doch die mir, durch einen längeren Aufenthalt in Heilbronn, vertraute Fremdsprache und wurde neugierig.

Ein wenig erinnerte mich die Situation an die Schilderungen von Auswanderern.

Wo sie in den jeweiligen Ländern erfolgreich deutsche Produkte erwerben können. Vielleicht entwickelt sich dieser kleine Eckladen ja ähnlich und die nach Berlin zugezogenen Schwaben werden über kurz oder lang aus allen Stadtteilen herbeieilen, um ihre gewohnten Backwaren käuflich zu erwerben. Der Ossi wird auch wieder in Nostalgie schwelgen können, wenn er die sich vor dem Geschäft bildende Schlange wahrnimmt. Wann gab es so etwas das letzte Mal?

Mich kurz fragend, ob ich denn als Nichtschwabe ein Dokument benötigen würde, welches mich zum Einkauf in der Schwäbischen Bäckerei berechtigt, betrat ich erwartungsvoll das Ladeninnere. Forschend hielt ich Ausschau nach Wecklen, die ich in Berlin bis dahin nicht käuflich erwerben hätte können und nach Backwaren, die eine besonders schwäbische Ausstrahlung hatten. Ich forschte lange und konnte beim besten Willen nicht erkennen, was diese Bäckerei zu einer Schwäbischen Bäckerei machte.

Wohlwollend nahm ich zur Kenntnis, dass kein Aufbackofen zu sehen war, mit dem für gewöhnlich in den meisten Backshops tief gekühlte, nichts sagende weiße Teigbollen in knusprige hole Schrippen verwandelt werden. Auch das machte den Laden zwar nicht zwangsläufig zu einer Schwäbischen Bäckerei, suggerierte aber, dass hier möglicherweise das Backhandwerk in seiner Urform ausgeübt wird.

Mutig verlangte ich nach zwei Laugenwecklen und wurde enttäuscht.

Fragend schauten mich die zwei jungen Verkäuferinnen der schwäbischen Backkunst an und fragten, wie sie mir helfen können. Na wie wohl, stolz auf meine Fremdsprachenkenntnisse wiederholte ich mein Ansinnen, zwei Laugenwecklen erwerben zu wollen. Ich stieß auf Verständnislosigkeit und musste feststellen, dass es sich bei dem hinter den Auslagen herumwuselnden Personal unmöglich um süddeutsche Einwanderer handelt konnte.

Meinen Test abbrechend, verlangte ich zwei Schrippen und ein Stück vom Streuselkuchen. Allerdings nicht ohne nachzufragen, was denn den Laden, in dem sich vorher der Absacker, eine einschlägige Spelunke für nächtliche Spätabstürzer befunden hatte nun als Schwäbische Bäckerei auszeichnete.

Die Antwort war unbefriedigend. Lediglich der Chef des Unternehmens war Schwabe.

Der Urberliner ist vom Aussterben bedroht, bald wird es sächsische Anwaltskanzleien, rheinische Metzgereien und saarländische Milchläden geben.

Lang lebe Konnopke und selbst der kam aus Cottbus.

anke

NEIN ich schreibe nicht darüber, das der chef der berliner treberhilfe harald ehlert, seit ca. einem jahr einen maserati als dienstwagen fährt (privat ist er bescheidener, da ist es nur ein jaguar), NEIN der wagen kostet nicht 120.000 € oder etwa 160.000 € sondern NUR 114.000 € und NEIN, die treberhilfe finanziert sich hauptsächlich aus spenden und die treberhilfe gGmbH (das kleine g bedeutet=gemeinnützig) deren geschäftsführer herr ehlert ist, ist mitglied des diakonischen werkes und alle dort angestellten geschäftsführer fahren aus moralischen gründen ‘kleinwagen’, darüber schreibe ich NICHT, NEIN ich schreibe auch nicht darüber, das herr ehlert meint, das ein maserati angemessen sei, da es nicht angeht bei terminen mit eventuellen geldgebern in einem ‘kleinwagen’ vorzufahren…NEIN darüber schreibe ich NICHTS!! und auch nicht, das in deutschland wiedermal eine neiddebatte angerührt wird.

ich gönne es dem herrn ehlert, wirklich, ist bestimmt ein schönes auto!?

die moral der geschichte: es gibt keine moral.

interview treberhilfechef und sein dienstwagen

eigentlich würde es diese nachricht nicht in mein blog schaffen, 1. ist sie schon ein paar tage alt und 2. gespendet haben (hoffentlich) viele, immer nach der devise: “tu gutes und rede nicht drüber”.

aber blogs sind zum reden da und diese meldung hat doch ein wenig meine galle hochkochen lassen.

die unternehmensgruppe tengelmann hat einen fonds für die erdbebenopfer in haiti eingerichtet, in diesen wird seit ende januar von jedem einkauf in den tegelmann-und kaiser’s-filialen, den TeDi-filialen, vom textildiscounter KiK und von plus-online vom jedem einkauf ein ganzer cent eingezahlt. hui, nicht von schlechten eltern, der geschäftsführer der tengelmanngruppe, karl-erich w. haub glaubt, das auf diesem weg ganz schnell 500.000 euronen zusammen kommen (tengelmann hat einen jahresumsatz von 12.36 milliarden €!) und die will er dann auf 1 million aufstocken. okay, bis hierhin ist ja alle löblich, kein grund, warum meine galle bedrohlich ansteigt, ABER dann sagte er auch folgendes:

Das ungeheure Ausmaß der Katastrophe hat uns sehr erschüttert. Da ist es für uns als Familienunternehmen selbstverständlich, den Menschen dort zu helfen.

hmm familienunternehmen, erschüttert, helfen? wie war das mit der kaiser’s kassiererin emmely noch mal, wegen wieviel cent ist sie fristlos nach 31 jahren betriebszugehörigkeit entlassen worden, weil sie angeblich pfandbons unterschlagen haben soll? ah, 1,30 € waren es und nein, es lag sicher nicht daran, das sie sich aktiv und ausdauernd an den langwierigen streiks im einzelhandel in den vergangenen jahre beteiligte hatte.

ein schelm wer da schlechtes denkt!

und hier chronologisch zu nachlesen, was der olle blOgwaRt so über emmely geschrieben hatte:

gekÜndigt wegen 1,30 €? aus dem leBen einer Kaiser’s kassiererin // teiL I

gekÜndigt wegen 1,30 €? aus dem leBen einer Kaiser’s kassiererin // teiL II

gekÜndigt wegen 1,30 €? aus dem leBen einer Kaiser’s kassiererin // teiL III

dEr fAll emmely // teil IV

6 maulTaschen gg. 25.000 euro

(ein ähnlicher fall)

“TATORT = kaSSensturz”

(ein tatort der zeitgleich mit dem fall von emmely ausgestrahlt wurde und da die deutschen lieber geschichten aus dem wahren leben in filme und serien verpackt haben möchten, hatte dieser tatort sehr viel aufregung & diskussion verursacht)

anKe's glOsse
anKe’s glOsse

Anke’s Glosse

Wagenrennen im Supermarkt oder ein Generationskonflikt

Wer hat sich nicht schon die Frage gestellt, warum wohl alte Menschen zur Rushhour den Supermarkt stürmen und einem bei der Gelegenheit den Einkaufswagen ins Kreuz rammen.

Könnte sein, dass die Oma, welche gerade so über den Schiebebügel ihres Einkaufswagens schauen kann, es eilig hat, weil sie noch zur Gymnastik muss, oder einen Termin bei ihrem Anlageberater hat. Könnte auch sein, dass sie einen einfach nur nicht gesehen hat, vielleicht benötigt sie auch nur ein wenig mehr Aufmerksamkeit, aber warum blufft sie einen dann an, weil man ihr im Wege steht, statt sich zu entschuldigen und man muss sich noch anhören, dass die jungen Leute heute immer dreister und frecher wären, nur weil die schmerzhafte Kollision Unmut statt Jubelrufe hervorruft

So etwas hätte es früher freilich nicht gegeben. Früher gab es aber auch keine überdimensionalen Einkaufswagen, für die viele ältere Menschen fast schon einen Führerschein erwerben müssten.

Weiterlesen »

anKe’s glOsse: Es ist Winter


anKe's glOsse

anKe's glOsse

Anke’s Glosse

Die globale Erwärmung lässt uns im Stich

Dabei war der Winterdienst schon so schön darauf vorbereitet.

Es ist Winter. Seit Jahren wieder ein wundervoller Winter. Für mich bleibt jetzt allerdings zu befürchten, dass mir meine geneigte Leserschaft umgehend die Lesetreue kündigen wird. Ich fühle mich nämlich mit meiner Freude am Winter sehr allein gelassen und den Angriffen derer ausgesetzt, die schon im Januar mit dem Frühlingsanfang gerechnet haben. Und nicht nur dass, ich entwickle langsam Angstgefühle, mich irgendwo zu verplappern, dass ich die Schneemassen übrigens sehr schön finde, die eine gewisse Ruhe über die Stadt legen und das sonst winterliche Grau verdrängen.

Es erinnert mich an ausgedehnte Schlittennachmittage in Kindertagen. Nasse Schuhe und Socken, eingefrorene Hände und Füße und Omas Kakao, den wir noch während der Auftauphase diverser Körperteile kredenzt bekamen. Längst schon wieder mit den Nasen an den Fensterscheiben klebend und die Flocken in ihrer Vielfalt bewundernd.

Weiterlesen »

Ältere Artikel »